Werner Grabherr (SCR Altach): „Utopisch ist der Meistertitel nicht“

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Im letzten Spiel der 20. Runde der österreichischen Fußball Bundesliga, und dem letzten Meisterschaftsspiel 2016, trafen in Vorarlberg der SCR Altach und SK Rapid aufeinenader. Es war auch das erste Aufeinandertreffen von Rapid trainer Damir Canadi mit seiner Ex-Mannschaft. Die Hütteldorfer mussten sich dabei 1:3 geschlagen geben.

Für die Altacher bedeutet der Sieg wieder den Sprung an die Tabellenspitze der Tipico Bndesliga.

Werner Grabherr (Trainer SCR Altach):
… nach dem Spiel: „Die Mannschaft hat sich das über den Herbst hinweg verdient und man hat heute gesehen, dass wir vor allem zuhause schwer zu biegen sind. Wir müssen die Mannschaft im Winter weiterentwickeln, um noch schwerer zu schlagen zu sein. Wir haben heute von Beginn an die Zweikämpfe versucht zu gewinnen und durch Standards haben wir uns einen Polster geholt. Meine Zeit als Trainer hat richtig Spaß gemacht, mit einem super Trainerteam, ein super Zusammenhalt. Der neue Trainer muss ein Arbeiter sein, der sich nicht zufrieden geben darf, Woche für Woche die Mannschaft weiterentwickeln muss. Utopisch ist der Meistertitel nicht, mit dem werden wir uns erst in der 35. Runde befassen, wenn es soweit sein sollte.“

Damir Canadi (Trainer SK Rapid):
… nach dem Spiel: „In einzelnen Situationen waren wir nicht hellwach. Beim 1:0 aus einer Standardsituation waren wir nicht nah genug dran, man kann auch vielleicht über Abseits diskutieren. Wenn es nicht so läuft, dann bekommst du solche Tore. Die Leistungen beider Mannschaften waren ausgeglichen, wir haben alles investiert und daher haben Standardsituationen das Spiel entschieden. Altach muss man gratulieren, sie haben eine sehr gute Saison gespielt. Wir sind enttäuscht, aber das gehört zum Sport dazu, es werden auch andere Zeiten kommen. Heute war Altach effektiver, in einem sehr ausgeglichenen Spiel, es war nicht viel um. Ich habe alles sehen müssen, weil wir auch so viele Verletzungen hatten. Heute ist um 14 Uhr festgestanden, dass Wöber ausfällt und wir mit keiner Dreierkette spielen können. Sie haben alles investiert. Es wird jeder selbstkritisch in die Analyse gehen, Fredy Bickel, der Verein und ich werden die richtigen Weichen stellen, davon bin ich überzeugt.“

Christopher Dibon (SK Rapid):
… nach dem Spiel: „Ich fühle mich nicht gut. Die letzten Wochen waren in Ordnung, heute war es ein kleiner Dämpfer. Wir wollten unbedingt gewinnen oder zumindest einen Punkt mitnehmen. Es war eine ausgeglichene erste Halbzeit, von beiden Mannschaften war nicht viel zu sehen. Dann bekommen wir ein Tor, das nicht regulär war. Mich regt es einfach auf, mit diesem Schiedsrichter ist es hier jedes Mal dasselbe, wenn wir ihn in Altach haben. Ich sage gar nichts mehr dazu. Wir haben keinen guten Herbst gespielt, das ist klar, hatten auch viele Ausfälle. Die Spieler, die da waren haben alles reingehaut, aber nicht mehr geschafft. Jetzt heißt‘s im Winter fleißig hackeln.“

Philipp Netzer (Doppeltorschütze SCR Altach):
… nach dem Spiel: „Es ist ein Riesenerfolg für uns als Mannschaft und den Verein. Heute hatten wir eine gute Balance, waren vorne effektiv und haben hinten kaum was zugelassen. Schade, dass jetzt Pause ist. Im Frühjahr werden wir hoffentlich mit der gleichen Stärke zurückkommen. Wir haben uns diesen Erfolg von Spiel zu Spiel erarbeitet. Es war eine schwierige Saison, wir haben nichts geschenkt bekommen, wir können stolz sein. Der Meistertitel ist in der Mannschaft kein Thema. Bei den Gegnern fällt im Frühjahr die Doppelbelastung Europa League weg, es wird eng werden und die Saison geht noch sehr lange. Ich habe meinen Vertrag in Altach um zwei Jahre verlängert. Ich fühle mich wohl und fit, 20 Spiele ohne Verletzung habe ich nicht oft gehabt und ich hoffe, dass es noch lange so weiter geht.“

Andreas Lukse (Tormann SCR Altach):
… nach dem Spiel: „Es ist sehr besonders, das hat es hier in Vorarlberg noch nie gegeben – 42 Punkte sind überragend, ein Fußballfest. Wir gehen glücklich in die Winterpause. Es war Zeit, dass die Hütte voll ist, es ist aber auch Zeit, dass sie einmal voll ist, wenn nicht Rapid kommt. Zwei Standardtore gegen Damir Canadi – das ist heute auch sicher erwähnenswert. Im Fußballgeschäft ist es beinhart, Canadi war mein Förderer als ich im Niemandsland war. Gerüchte tun keinem gut und es ist respektlos gegenüber meinen Kollegen bei Rapid. Ich gehe davon aus, dass wir die Mannschaft in Altach so bis in den Sommer zusammenhalten sollen.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
… über den SCR Altach: „In elf Spielen neunmal zu gewinnen und zweimal unentschieden zu spielen, das ist einzigartig. Die Heimstärke von Altach … das Schnabelholz ist eine uneinnehmbare Festung. Es ist ein historischer Moment für den kleinen Verein Altach, man hat die Infrastruktur Jahr für Jahr verbessert und punktuell Jahr für Jahr die Mannschaft verstärkt. Kompliment auch an Georg Zellhofer. Alles was Altach in den letzten zwei, drei Jahren angegriffen hat, ist zu Gold geworden. Altach ist durchaus in der Lage, dass es für ganz oben reicht, ich erinnere Leicester City, man sollte nichts von vornherein ausschließen.“

… über den SK Rapid: „Man muss schon auch berücksichtigen, dass wesentliche Spieler nicht dabei waren. Eine gewisse Qualität fehlt dann vor allem vorne. Rapid muss im Winter einen Relaunch machen und schauen ob Spieler geholt werden können, die die Qualität noch verbessern. Meister wird man heuer nicht.“

Presseinfo Sky Austria

18.12.2016