Der Grunddurchgang in der Erste Bank Eishockey Liga ist Geschichte. Bisher waren die Vienna Capitals das dominante Team in der EBEL-Saison 2016/17. Zeit für ein Zwischenfazit gezogen von Thomas Muck, Dominik Hana und Lucas Bradelj.

Team des Grunddurchgangs – Vienna Capitals
Eine völlig verkorkste Vorsaison, der Ex-Trainer hat verbrannte Erde hinterlassen, Fanklubs boykottieren die Heimspiele, eine neue Mannschaft und ein neuer Trainer. Die Vorzeichen beim Saisonstart der Vienna Capitals waren alles andere als verheißungsvoll. Doch 44 Runden später sieht die Lage komplett anders aus.

Die Wiener dominierten den Grunddurchgang und lösten bereits am 26. Dezember das Play-off-Ticket. Unter die Rubrik „besonders imponierend“ fällt die Leistung auf fremden Eis. In lediglich einem (!!) Spiel blieben die Vienna Capitals nach 60 Minuten ohne Punktegewinn.

Es ist wohl nicht zu großspurig zu behaupten, dass der Weg zum Meistertitel über die Truppe von Head Coach Serge Aubin führt wenn diese die Performance des Grunddurchganges halten kann.

Der Spätstarter – Rekordmeister KAC
Neuer Trainer, neue Spiele und eine Gönnerin die aufgrund der Vorsaison alles andere als glücklich war. Zwischen dem EC KAC und den Vienna Capitals gab es vor der Saison durchaus Parallelen. Zu Saisonstart trennten sich die sportlichen Wege der beiden Teams. Der KAC kam nicht so richtig aus den Startblöcken. Die sportliche Findungsphase aber auch großes Verletzungspech waren dafür verantwortlich. Es begann im Umfeld der Rotjacken zu rumoren. Die sportlichen Verantwortlichen behielten in der Außendarstellung die Nerven und sollten am Ende Recht bekommen.

Zur Halbzeit des Grunddurchgangs füllte sich das Lineup und der sportliche Erfolg kam zurück. Mit einer Siegesserie katapultierte sich der KAC in die Top6 und hat das Play-off-Ticket fix in der Tasche. Der Rekordmeister kam spät in Form aber nicht zu spät.

VSV – Abkehr und Comeback des „Kärntner Wegs“
Der VSV wurde und ließ sich für den Kärntner Weg aus dem eigenen Nachwuchs feiern. Zum Saisonstart mit vollem Kader rückten die Adler davon ab. Unverhofft kam es im Laufe der Saison zum „Comeback“. Trainer Greg Holst schickte Cracks aus dem eigenen Nachwuchs aufs Eis. Die „jungen Wilden“ wussten zu überzeugen und zeigten einmal mehr, dass die heimischen (Nachwuchs-)Cracks durchaus das Zeug haben eine Bereichung für die Liga zu sein.

Olimpija Ljubljana – Das abgeschlagene Schlusslicht als Sorgenkind der Liga
Alles sollte besser werden mit Start in der Saison 2016/17 bei Olimpija Ljubljana. Man wollte zumindest in den Kampf um die Top6 mitmischen. Wirtschaftlich wollte man sich nach den Turbulenzen der Vorjahre stabilisieren. Doch der Plan ging dezent gesagt überhaupt nicht auf.

Olimpija Ljubljana ist auch in der Saison 2016/17 das abgeschlagene Schlusslicht nach dem Grunddurchgang. Gerüchte über nicht oder verspätete bezahlte Spielergehälter machten früher die Runde als in den Vorjahren. Dazu kamen Tweets von Ex-Spielern wie Jerry Kuhn wonach Gehälter aus den Vorsaisonen weiter offen wären. Die Erste Bank Eishockey Liga muss sich die berechtige Frage gefallen lassen warum man weiter auf einen Teilnehmer setzt der in vielerlei Hinsicht die (Basis-)Anforderungen seit Jahren nicht erfüllen kann. Ruhmesblatt für die Liga ist die Situation beim einzigen slowenischen Team der Liga definitiv keines.

Stellvertretend zur finanziellen Lage ein Tweet des Eishockey Fachjournalisten Bernd Freimülle

Trainer des Grunddurchgangs – Serge Aubin
Wie bereits bei der Mannschaft des Grunddurchgangs erwähnt hatte Serge Aubin bei den Vienna Capitals nicht gerade die besten Rahmenbedingungen als er die sportlichen Geschicke bei den Wienern übernahm. Rein sportliche betrachtet vollbrachte der Kanadier außergewöhnliches! Selten zuvor gelang es einen Coach kurzfristig eine Teamorganisation derart zu erneuern wie Serge Aubin.

Rob Palin und Mike Pellegrims oder „Der Club der tollen Trainer“
In der Redaktion wurden über zwei weitere Trainer intensiv debattiert. Rob Palin (HC Innsbruck) aber auch Mike Pellegrims (EC KAC) leisteten im Grunddurchgang ausgezeichnete Arbeit. Aus unterschiedlichen Gründen.

Der HC Innsbruck hatte jahrelang das Image des „liebenswerten Underdogs“. Rob Palin verpasste den Haien eine neue Identität. Mit offensivem Eishockey präsentierten sich die Haie als spektakuläre Gewinnermannschaft und hat das Ticket für die Play-offs fix in der Tasche. Auf den HC Innsbruck gilt es im weiteren Saisonverlauf zu achten. Defensivfehler nutzen die Tiroler in der Regel eiskalt für Tore aus.

In Kärnten wird gemunkelt wonach KAC-Trainer Mike Pellegrims ein angespanntes Verhältnis zu Journalisten hätte. Rein sportlich betrachtet hat der Head Coach der Rotjacken die nötige Ruhe behalten und sein Team zu einer Siegesserie geführt. Aufgrund des Stotterstarts mit vielen verletzten Spielern erscheint der positive Lauf des KAC am Ende besonders bemerkenswert.