Das Ende eines Krimis zwischen HC Linz AG und Union Leoben in HLA

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Mit dem 33:30-Sieg des HC LINZ AG über Union JURI Leoben ging Samstagabend einer der wohl spannendsten und engsten Grunddurchgänge der Handball Liga Austria der letzten Jahre zu Ende. Bereits Freitagabend fiel die Entscheidung, wer im Frühjahr im Oberen und wer im Unteren Playoff antreten wird. Mit der Handball Tirol hat es dabei ein Team erwischt, das über weite Phasen des Grunddurchgangs mit Herbstmeister HC Hard Schritt halten konnte. Nur aufgrund der schlechteren Bilanz im direkten Duell mit der SG Handball Westwien, müssen die Tiroler sich mit Rang 6 zufrieden geben. Starke Nerven mussten auch die Fans von Bregenz Handball beweisen. Ihr Herzensklub schaffte zum Schluss aber sogar noch den Sprung auf Rang 3.

HC LINZ AG erkämpft sich wichtigen Playoff-Punkt gegen Leoben
Die Stahlstädter erwischten im österreichweit letzten Spiel des HLA Grunddurchgangs gegen Union JURI Leoben einen Start, der die 500 Linzer Fans auf mehr hoffen ließ. Erst in der 8. Spielminute musste LINZ AG Goalie Nenad Mijailovic erstmals hinter sich greifen (3:1). Bis dahin hatte die Heimmannschaft schon einige Sitzer ausgelassen, die Abwehr stand aber bombenfest. Als Dominik Ascherbauer in der 14. Minute auf 7:2 für den HC LINZ AG erhöhte, deutete alles auf eine klare Sache für die Gastgeber hin. Aus dem Nichts riss dann aber der Faden, die kampfstarken Leobener fighteten sich ins Spiel zurück, nutzten technische Fehler der Linzer konsequent und holten Tor um Tor auf. Am Ende stand dann doch der verdiente 33:30-Heimsieg zu Buche.

HC LINZ AG Chefcoach Manuel Gierlinger: „Wir haben uns das Leben heute selbst schwer gemacht, mussten das Spiel zweimal gewinnen. Nach einem wirklich guten Start haben wir unseren Gegner wieder stark gemacht. Insgesamt bin ich aber zufrieden, meine Burschen haben Moral gezeigt, die Nerven bewahrt und die entscheidenden Phasen des Spiels gut bewältigt. Insgesamt haben wir verdient gewonnen und sind froh mit einem Punkt mehr in die nächste Phase der Meisterschaft zu gehen!“

Union JURI Leoben Präsident Claus Hödl: „Schade, wir haben die ersten Minuten verschlafen und mussten früh einem Rückstand nachlaufen. Meine Mannschaft hat aber nie aufgegeben und großen Kampfgeist bewiesen. Leider haben wir in den entscheidenden Phasen des Spiels unser Potenzial nicht voll ausschöpfen können. Ich kann meinem Team aber keinen Vorwurf mache!“

Direktes Duell entscheidet Teilnahme am Oberen Playoff
Dass die SG Handball Westwien noch den Sprung unter die Top 5 geschafft hat, ist den direkten Duellen mit der Handball Tirol geschulded. In der Hinrunde trennte man sich 28:28, das Rückspiel in der Südstadt endete mit einem 32:28-Erfolg für Westwien. Auch der dritte Platz von Bregenz Handball ergibt sich aus den direkten Duellen mit UHK Krems. Das Aufeinandertreffen am 2. Spieltag entschied Bregenz mit 32:28 für sich. Das Rückspiel konnten die Wachauer zwar mit 31:30 knapp für sich entscheiden, insgesamt haben aber die Vorarlberger die Nase vorn.

Die erste Niederlage im Grunddurchgang musste HC Hard erst am 21. Oktober gegen die Handball Tirol hinnehmen. Bis dahin blieb man sieben Spiele in Serie ungeschlagen. Mit insgesamt 13 Siegen und einem Unentschieden sicherte sich der fünffache HLA-Champion die Winterkrone. Obwohl aufgrund der Abgänge im Sommer noch tiefgestapelt, belegt der HC FIVERS WAT Margareten dahinter souverän Platz 2.

Mit 21 Punkten nimmt auch nach der Punkteteilung im Frühjahr die Handball Tirol die meisten Punkte ins Untere Playoff mit. Dahinter positionierte sich mit dem SC Ferlach das Überraschungsteam der bisherigen Saison. Lange Zeit mischte der Aufsteiger sogar im Kampf um ein Ticket für das Obere Playoff mit.

Der HC LINZ AG legte mitten im Grunddurchgang eine kleine Siegesserie hin, nimmt dadurch schlussendlich mit 14 Punkten noch Rang 8 in der Herbsttabelle ein. Gar nicht nach Wunsch lief es für die Union JURI Leoben, die mit vielen knappen Niederlagen hadern musste. Kaum besser erging es dem zweiten steirischen Vertreter in der HLA, dem HC Bruck. Mit zwei Siegen und einem Unentschieden gehört den Bruckern die rote Laterne nach dem Grunddurchgang.

18. Spieltag HANDBALL LIGA AUSTRIA in der Saison 2016/17
HC Bruck vs. Bregenz Handball 26:33 (12:15)
Freitag, 16. Dezember 2016, 19:30 Uhr
Werfer HC Bruck: Alexander Fritz (5), Martin Breg (5), Mirnes Mavric (4), Luca Plassnig (4), Mladan Jovanovic (2), Berat Mahmutaj (2), Alexander Schicker (2), Philipp Schmiedbauer (2)
Werfer Bregenz Handball: Marian Klopcic (7), Ante Esegovic (6), Marko Buvinic (6), Amadeus Hedin (4), Bojan Beljanski (4), Tobias Varvne (4), Dominik Bammer (1), Florian Mohr (1)

UHK Krems vs. SG Handball Westwien 35:30 (15:17)
Freitag, 16. Dezember 2016, 19:00 Uhr
Werfer UHK Krems: Tobias Schopf (12), Fabian Posch (8), Vlatko Mitkov (8), Norbert Visy (2), Aron Tomann (2), Marko Simek (2), Gregory Musel (1)
SG Handball Westwien: Gabor Hajdu (6), Wilhelm Jelinek (5), Jakob Jochmann (4), Erwin Feuchtmann (4), Simon Pratschner (3), Sebastian Frimmel (3), Matthias Führer (2), Julian Ranftl (2), Philipp Seitz (1)

HC Hard vs. Handball Tirol 27:26 (11:13)
Freitag, 16. Dezember 2016, 19:00 Uhr
Werfer HC Hard: Gerald Zeiner (7), Roland Schlinger (5), Marko Tanaskovic (4), Michael Knauth (4), Luca Raschle (2), Domagoj Surac (2), Frederic Wüstner (1), Lukas Herburger (1), Thomas Weber (1)
Werfer Handball Tirol: Damir Djukic (10), Anton Prakapenia (4), Josef Steiger (3), Hleb Harbuz (2), Michael Nicolaisen (2), Balthasar Huber (2), Thomas Kandolf (1), Manuel Schmid (1), Dario Lochner (1)

HC FIVERS WAT Margareten vs. SC Ferlach 42:21 (20:8)
Freitag, 16. Dezember 2016, 20:00 Uhr
Werfer HC FIVERS WAT Margareten: Vincent Schweiger (7), Ivan Martinovic (6), Marin Martinovic (4), Stefan Jovanovic (4), Markus Kolar (4), David Brandfellner (4), Marc-Andre Haunold (3), Vitas Ziura (3), Henry Stummer (2), Herbert Jonas (2), Nikola Aljetic (2), Maximilian Riede (1)
Werfer SC Ferlach: Mathias Rath (5), Dean Pomorisac (5), Risto Arnaudovski (3), Mario Simic (2), Markus Suppan (1), Nemanja Malovic (1), Izudin Mujanovic (1), Patrick Spitzinger (1), Adonis Gonzalez-Martinez (1), Fabian Fürstler (1)

HC LINZ AG vs. Union Leoben 33:30 (16:13)
Samstag, 17. Dezember 2016, 19:00 Uhr
Werfer HC LINZ AG: Luka Kikanovic (9), Alen Bajgoric (6), Dominik Ascherbauer (5), Gojko Vuckovic (4), Philipp Preinfalk (3), Julius Hoflehner (2), Antonio Juric (2), Christian Kislinger (1), Stefan Lehner (1)
Werfer Union JURI Leoben: Stephan Jandl (7), Marek Kovacech (6), Thomas Kuhn (4), Sebastian Spendier (3), Andreas Schwarz (3), Stefan Salbrechter (3), Benas Petreikis (2), Paul Offner (1), Patrick Stolz (1)

Österreichs erwischt im WM-Playoff Hammerlos Rumänien
Im Juni 2017 wird Österreichs Handball Damen Nationalteam gegen Rumänien um die Teilnahme bei der WM 2017 in Deutschland spielen. Damit bekam man das, statistisch gesehen, schwerste Los zugeteilt. Rumänien belegte bei der letzten WM Rang 3, spielt bei der aktuell in Schweden stattfindenden EM gegen Deutschland um Platz 5 und fiel dadurch als stärkstes nicht direkt für die WM qualifiziertes Team in den Lostopf. In den Reihen der Rumäninnen spielt zudem mit Cristina Neagu eine zweifache Welthandballerin.

„Ein Hammerlos“, ist Teamchef Herbert Müllers erste Reaktion auf die Auslosung. „In den letzten Jahren sind wir wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Rumänien ist der schwerste Gegner den ich mir für das WM-Playoff vorstellen kann, sie sind am stärksten einzuschätzen. Zu jedem Großereignis fahren sie um eine Medaille oder gar den Titel zu holen“, analysiert er weiter.

Bei der aktuell in Schweden stattfindenden EM wird Rumänien im besten Fall Platz 5 belegen. Durch die direkte Qualifikation Deutschlands als Gastgeber, Norwegens als Titelverteidiger und Dänemarks, Frankreichs und die Niederlande als die drei bestplatzierten Teams der EM, ist Rumänien der nominell stärkste Gegner im Lostopf gewesen. Nicht nur das, sie belegten bei der letztjährigen WM in Dänemark sogar Rang 3.

In ihren Reihen haben sie mit Cristina Neagu die aktuell wohl beste Handballerin der Welt, Herbert Müller: „Sie hat sich schon zweimal den Titel Welthandballerin gesichert, wurde bei der letzten WM sogar Torschützenkönigin.“

Doch Müller hat bereits erste Ideen für Rumänien im Kopf: „Wir müssen dieses Los jetzt annehmen und das Beste daraus machen. Ich kenne das Team sehr sehr gut, weiß ganz genau was auf uns zukommt. Ich habe schon ein paar Konzepte im Kopf.“

Erste Tests bereits fixiert
Nach dem Gruppensieg in der WM-Qualifikation Anfang Dezember geht es nun mit dem Playoff gegen Rumänien im Juni weiter. Das Hinspiel wird Österreich auswärts bestreiten. Als Vorbereitung auf das Playoff konnten bereits zwei Testspiele fixiert werden. Mitte März sammelt Cheftrainer Herbert Müller sein Team für einen Trainingslehrgang zusammen. Am 16. März bestreitet man dabei vor Heimpublikum das erste Testspiel gegen Tschechien, am 18. März trifft man nochmals auswärts auf unseren Nachbarn.

Die WM 2017
Insgesamt stehen Europa für die Weltmeisterschaft 2017 14 Plätze zur Verfügung. Deutschland als Gastgeber, Norwegen als Titelverteidiger sowie Dänemark, Frankreich und die Niederlande als die drei bestplatzierten Teams der EM 2016 konnten sich direkt qualifizieren.

Ebenfalls bereits qualifiziert sind Angola als CAHB African Champion 2016, Tunesien als Zweiter und Kamerun als Dritter.

Die Vorrunde der WM, die von 1. – 17. Dezember ausgetragen wird, findet in den Städten Trier, Bietigheim-Bissingen, Oldenburg und Leipzig statt. Die Hauptrunde, bestehend aus zwei Gruppen, in den Städten Magdeburg und Leipzig. Die Finalspiele werden in Hamburg ausgetragen.

Von heute, Samstag, 17. Dezember 2016, bis zum Eröffnungsspiel der WM 2017 sind es noch exakt 348 Tage.

Auslosung WM-Playoff
Montenegro vs. Weißrussland
Italien vs. Serbien
Russland vs. Polen
Ungarn vs. Slowakei
Rumänien vs. Österreich
Ukraine vs. Spanien
Kroatien vs. Slowenien
Tschechien vs. Türkei
Mazedonien vs. Schweden

Presseinfo Österreichischer Handballbund/HLA

17.12.2016