Das U21-Nationalteam erkämpfte im Rückspiel des EM-Playoffs auswärts in Spanien ein 0:0. Nach dem 1:1 im Hinspiel bedeutet das aufgrund der Auswärtstor-Regel jedoch das bittere Aus für Österreich. Die Mannschaft von Teamchef Werner Gregoritsch kann sich nach starken Auftritten gegen die favorisierten Spanier jedoch erhobenen Hauptes aus der EM-Qualifikation verabschieden.
Im ÖFB-Lager herrschte nach Schlusspfiff Niedergeschlagenheit. „Es ist im Moment sehr bitter für uns alle. Wir haben in der Gruppenphase Deutschland und Russland gehabt, und jetzt im Playoff noch mit Spanien das schwerste Los bekommen. Wir können uns nichts vorwerfen und haben uns denke ich teuer verkauft. Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren hart gearbeitet. Aber die Leistung bringt uns jetzt auch nichts. Die Enttäuschung ist sehr groß“, so der niedergeschlagene ÖFB-Tormann Daniel Bachmann, der seinen Kasten mit einigen Glanzparaden sauber hielt.
„Ich bin sehr traurig und wehmütig, aber auch stolz auf das Auftreten und die Leistung meiner Mannschaft. Wie sich das Team in den beiden Spielen gegen den großen Favoriten präsentiert hat, ist unglaublich. Am Ende sind wir jetzt durch einen fragwürdigen Elfmeter im Hinspiel ausgeschieden. Ich denke, dieses österreichische U21-Nationalteam hat in diesen beiden Spielen etwas geleistet, was noch nicht oft dagewesen ist. Zweimal gegen Spanien nicht zu verlieren, ist eine Riesenleistung. Es ist viel Qualität da, das ist sehr positiv für die Zukunft des österreichischen Fußballs“, so Teamchef Werner Gregoritsch.
Österreich präsentierte sich vor 15.000 Zuschauern im Estadio Carlos Belmonte von Beginn an stark. Kapitän Dominik Wydra setzte einen ersten Freistoß in der 4. Minute in die Mauer. Die besten Chancen der ÖFB-Auswahl hatten Michael Gregoritsch, der mit einem Aufsitzer aus der Ferne Schlussmann Kepa prüfte, und ein Kopfball von Christian Schoissengeyr, der nach Ecke von Alessandro Schöpf nur knapp das Tor verfehlte. Aufregung herrschte in Minute 31, als die Spanier ein Handspiel von Phillipp Mwene im Strafraum reklamierten. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb jedoch aus.
Nach Seitenwechsel versuchte es Ylli Sallahi aus der Distanz, seinen gut angetragenen Schuss konnte der spanische Tormann mit Mühe klären (51.). Auf der anderen Seite rettete Daniel Bachmann mit einer Glanztat aus kurzer Distanz gegen Deulofeu (59.). Kurz darauf geht ein Kopfball von Merino nur knapp am Tor vorbei (60.). Borja Majoral verfehlte das Tor nach einem Gegenstoß ebenfalls nur um Haaresbreite (71.). Ab der 81. Minute musste Österreich nach Gelb-Rot für Schöpf mit 10 Mann agieren. In den Schlussminuten, in denen das ÖFB-Team alles nach vorne warf und Räume aufmachte, rettete erneut Bachmann stark gegen Deulofeu und Mayoral.
Die UEFA U21-EM 2017 wird von 16. bis 30. Juni 2017 in Polen mit zwölf Teilnehmern ausgetragen. Neben den Gastgebern und Spanien sind Tschechien, Italien, Portugal, Mazedonien, Dänemark, Titelverteidiger Schweden, England, die Slowakei sowie Deutschland, Sieger der ÖFB-Gruppe, für die Endrunde qualifiziert. Im zweiten Playoff konnte sich Serbien mit einem Gesamtscore von 2:1 gegen Norwegen durchsetzen.
Die rot-weiß-rote U21-Auswahl hatte zum zweiten Mal in der ÖFB-Geschichte das EM-Playoff erreicht, für eine U21-Endrunde hat man sich noch nie qualifizieren können. 2008 war Österreich im Elfmeterschießen knapp an Finnland gescheitert.
Spanien – Österreich 0:0
Albacete (ESP), Estadio Carlos Belmonte
15.000 Zuschauer
SR Serdar Gözübüyük (NED)
Österreich spielte mit:
Bachmann; Mwene, Schoissengeyr, Lienhart, Sallahi; Wydra © (89. Kvasina), Schlager (79. Jäger); Schöpf, Laimer (80. Dovedan), Schaub; Gregoritsch
Gelb-Rot: Schöpf (81.)
Presseinfo ÖFB
15.11.2016


