Die österreichischen Handballer in der EM-Quali auswärts gegen Bosnien-Herzegowina

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Am Sonntag um 20:00 Uhr (Live im TV) trifft Österreichs Herren Handball Nationalteam im zweiten EM-Qualispiel auswärts auf Bosnien-Herzegowina. Die Niederlage gegen Finnland von Mittwoch ist längst abgehakt und verdaut. Seit Donnerstag weilt das Team in Sarajevo, Teamchef Patrekur Jóhannesson analysierte die Niederlage in der Nacht auf Freitag bis vier Uhr in der Früh und gewann wichtige Erkenntnisse. Die Augen sind nach vorne gerichtet, das Ziel bleibt die EURO 2018 und dafür wird bis zum Umfallen gekämpft.

„Wir wollen immer jedes Spiel gewinnen, speziell zu Hause. Daher hat die Niederlage gegen Finnland im ersten Moment natürlich geschmerzt“, sagt Kapitän Max Hermann. Der Fokus ist längst auf das nächste Spiel gerichtet: „Wir haben uns hier in Sarajevo sehr gut vorbereiten können, die Bedingungen sind gut. Die Mannschaft hat sich viele Gedanken gemacht über das letzte Spiel, aber das haben wir abgehakt. Jetzt schauen wir nur mehr auf das Spiel am Sonntag und man merkt, dass das Feuer wieder da ist. Die Stimmung im Team ist einfach großartig. Wir wollen morgen ein anderes Spiel zeigen als am Mittwoch“, ergänzt Max Hermann.

Jóhannesson: „Der Plan steht“
Gegen Bosnien-Herzegowina erwartet der Teamchef ein körperbetontes, schwieriges Spiel: „Ich weiß genau was auf uns zukommt. Sie haben uns genau analysiert und wissen, dass wir eine jüngere Truppe sind im Vergleich zu den letzten Spielen. Bosnien-Herzegowina wird speziell in der Anfangsphase sehr aggressiv spielen. Es wird entscheidend sein, wie wir in den ersten fünf bis zehn Minuten ins Spiel finden.“

Patrekur Jóhannesson hat seinen bevorstehenden Gegner jedenfalls bis ins kleinste Detail analysiert, das Material von fünf Jahren gesichtet: „Nikola Prce ist ein äußerst gefährlicher Spieler, zwei Meter groß und ein guter Werfer. Marko Tarabochia ist ein schneller Mann in der Mitte, zudem erwarte ich Ivan Karacic im Rückraum.“

Mit dem erwähnten Karacic spielte bereits Nikola Marinovic bei den Kadetten Schaffhausen in der Schweiz zusammen. Genau unter Beobachtung stehen bei Jóhannesson auch der beidhändig starke Marko Panic und der Kreisläufer Senjamin Buric. Mit dem zweiten Kreisläufer Vladimir Vranjes rechnet der Teamchef speziell in der Abwehr: „Er ist ein richtiger Kämpfer und harter Abwehrspieler.“

Mit guten Erinnerungen gegen Bosnien-Herzegowina
In der Qualifikation zur EURO 2014 feierte man einen Erfolg zum Auftakt, auswärts holte man damals ein Unentschieden. „Das wird eine heiße Kiste, da müssen wir die Ruhe bewahren. Entscheidend wird sein, wie wir in heiklen Phasen reagieren. Es ist ein neues Spiel, eine neue Chance für uns“, analysiert Patrekur Jóhannesson.

Niederlage gegen Finnland ist aufgearbeitet
Nach der Anreise nach Sarajevo am Donnerstag nahm sich der Teamchef bis vier Uhr in der Früh Zeit, sichtete 158 Spielszenen aus der Finnland-Partie. Die Erkenntnisse daraus sind weit positiver, als es direkt nach der Niederlage den Anschein machte: „Mein erster Gedanke nach der Niederlage war, es ist alles schlecht. Dabei war unsere erste Halbzeit sehr gut. Die Mannschaft war taktisch sehr diszipliniert, hat das umgesetzt was wir uns vorgenommen haben. Die Wurfquote betrug über 70 Prozent. Auch der Start in die zweite Halbzeit war gut, was danach passierte verstehe ich nicht. Wir hatten Probleme im Eins gegen Eins, jeder wollte es selbst lösen, wir haben nicht mehr so gespielt wie in den ersten 30 Minuten.“

Hinzu kamen ganze acht Bälle die an die Querlatte, die Stange oder daneben gingen. „Die Chancen waren da“, sagt Jóhannesson, „aber die Wurfquote war schlecht.“

In der Abwehr begann man mit einem 3-2-1-System, das auf Dauer allerdings sehr viel Kraft kostet. Daher war der Teamchef auch gezwungen später auf eine 6:0-Deckung umzustellen. Was stark aufgefallen ist, war die fehlende Kommunikation in der Abwehr, Jóhannesson: „Teilweise sind drei Mann auf einen Gegner gegangen, selbst in Unterzahl. Wir haben zu viele Stellungsfehler gemacht und sind auf zu vielen Positionen falsch gegen den Mann gestanden.“

Lernen, abhaken, weitermachen
„Manchmal muss man auf die Schnauze fallen. Wenn man aber daraus lernt, kann das sehr positiv sein“, zieht Jóhannesson sein Resümee. „Mein Ziel ist es, bis 2020 eine Mannschaft zu formen die mindestens genauso gut ist wie jene bei der EURO 2010“, gibt er die Marschrute vor.

Für die aktuelle EM-Qualifikation stellt der Isländer zudem klar: „Unser Ziel bleibt die EURO 2018. Dafür werden wir bis zum Schluss kämpfen.“

SPIELTERMINE EM-2018-QUALIFIKATION:
02.11.2016 Österreich vs. Finnland 27:31 (16:14)
06.11.2016 Bosnien-Herzegowina vs. Österreich

03./04.05.2017 Österreich vs. Spanien
06./07.05.2017 Spanien vs. Österreich
14./15.06.2017 Finnland vs. Österreich
17./18.06.2017 Österreich vs. Bosnien-Herzegowina

Presseinfo ÖHB

05.11.2016